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Immer wieder werden wir gefragt: 

Wie habt ihr das nur ausgehalten, so ganz ohne Handy und Laptop ?

 

Diese Seite soll euch eine Antwort geben.

 

Wir möchten euch einpaar Möglichkeiten nennen, die Freizeit zu genießen. Natürlich gab es noch sehr viel mehr Möglichkeiten der Freizeitgestaltung für unsere Jugend. Wir rufen alle Kinder der DDR auf zu berichten, wie sie ihre Freizeit verbrachten und würden uns sehr freuen, wenn ihr uns vielleicht auch das eine oder andere Foto (bitte mit kurzer Beschreibung!) schicken würdet! Gern würden wir eure Fotos hier auf dieser anderen Seite veröffentlichen. Wir freuen uns auf eure Post !    

 

Katja schrieb uns am 22. April 2015 folgendes:

Buden bauen, Bäume klettern, Räuber spielen, oder einfach Mutter-Vater -Kind kennt kaum noch ein Kind von heute (meine auch wenig).ganz toll fand ich die zeit im Sommer die ich manchmal in der LPG verbracht habe um das treiben dort zu beobachten manchmal durfte ich auch mit dem Traktor mitfahren. Freunde wurden nicht wie heute mit Handy kontaktiert sondern es wurden Absprache getroffen in der schule oder kita an die man sich einfach gehalten hat. Erleichtert wurde dies in der Schulzeit durch briefchen schreiben was aber oft zum Ärgernis der Lehrer war. Egal bei welchem Wetter, wir waren immer draußen. Bei Regen waren wir in unseren Buden und bei schönem Wetter in der Natur. Samstag war immer waschtag bei meiner Mutter wo ich mit geholfen habe ohne zu diskutieren ob ich Lust habe oder nicht. Kuchen backen, einkochen von Obst , ich war mit dabei.ich als Kind der DDR konnte aus so vielem ein Spiel entwickeln. Mit Freunden Murmel spielen, Ball und Gummihopse, puzzeln, malen, Brettspiele, Puppenhaus u.s.w.. Wir waren immer im Geschehen und immer da wenn Freunde uns brauchten. Bei meinen Kindern wollte ich auch diese Unbeschwertheit schaffen doch leider mit mäßigen Erfolg. Der Druck von Schule und Problemen an die ich als Kind nie gedacht hätte haben in einigen Lebensbereichen meiner Kinder leider die Oberhand gewonnen.

 

 

Bernard schrieb am 29. April 2015: 

Wer über 35 Jahre alt ist, sollte das hier lesen, was ich von einem Freund kopiert habe.

Neulich an der Supermarktkasse machte mir die junge Kassiererin den Vorschlag, doch bitte eigene Taschen mitzubringen, anstatt neue Plastiktüten zu kaufen.
Ich erwiderte entschuldigend "Wir hatten das mit dem 'Umweltschutz' früher nicht so.". Sie entgegnete mir "Sehen Sie, das ist heute genau das Problem: Ihre Generation hat zu wenig zum Schutze der Umwelt und künftiger generationen getan!" Sie hatte völlig recht damit. "Umweltschutz" gab es damals zu "unserer" Zeit nicht.

Aber was hatten wir dann?
nach einigem Sinnen und schwelgen in Erinnerungen an das, was "unsere" Zeit so bot, habe ich hier die Dinge, an die ich mich erinnern kann: Damals brachten wir leere Milchflaschen, Bierflaschen, Colaflaschen und Selterflaschen als Pfandflaschen zurück. Das Geschäft brachte die Flaschen zum Hersteller. Der hat sie gereinigt und sie desinfiziert, damit sie mehrmals benutzt werden konnten. Die Flaschen wurden als richtig recyclet. Aber "Umweltschutz" gab es damals nicht.

Wir sind Treppen gelaufen, weil es nicht für jede einzelne Etage in jedem Bürogebäude und Kaufhaus einen Aufzug oder Rolltreppen gab. Wir sind zum Supermarkt gelaufen, anstatt uns in eine Maschine mit 300 PS zu setzen, um zwei Minuten Fußweg zu sparen. Aber die Verkäuferin hatte recht: "Umweltschutz" gab es zu unserer Zeit nicht.

Anstatt die wegwerfvariante zu kaufen, haben wir damals die Windeln gewaschen. Wir haben Wäsche auf der Leine im Hof getrocknet, anstatt dafür eine energiefressende Apparatur zu benutzen, die 230 Volt frisst - Windkraft und Solarenergie haben das für uns erledigt. Kinder bekamen die Kleidung der älteren Geschwister, und nicht bei jeder Gelegenheit brandneue Klamotten. Aber sie hatte trotzdem recht: "Umweltschutz" gab es damals einfach nicht.

Früher, zu "unserer Zeit", gab es einen Fernseher oder ein Radio im Haus. Und nicht jeweils beides in jedem Zimmer einschließlich der Toilette. Der Fernseher hatte das handliche Bild einer Serviette und nicht die Größe von Manhattan. In der Küche haben wir mit der Hand gerührt und gemischt, weil es dafür einfach keine elektrischen Geräte hatte. Zum Einpacken von zerbrechlichen Geschenken haben wir alte Zeitungen zerknüllt und in das Paket getan, und nicht diese Styro-Chips oder Blasenfolie. Zu "unserer Zeit" haben wir fürs Rasenmähen der 20 Quadratmeter hinter dem Haus keinen 10PS Motormäher angeworfen sondern einen menschbetriebenen Handmäher benutzt. Das war dann auch gleichzeit Sport, für den wir heute in ein Fitnesscenter laufen, wo wir auf elektrisch betriebenen Laufbändern joggen. Und doch hatte die Kassiererin recht: "Umweltschutz" hatten wir zu "unserer Zeit" nicht.

Waren wir durstig, dann tranken wir Wasser aus dem Wasserhahn. Wir haben nicht für jeden Schluck einen neuen Plastikbecher benutzt und das Wasser in Plastikflaschen aus dem Supermarkt geholt. Wir haben Füllfederhalter nachgefüllt und nicht gleich den ganzen Stift weggeworfen. Auch unsere Rasiermesserklingen haben wir getauscht, obwohl es doch viel einfacher ist, gleich den ganzen Rasierer wegzuwerfen, bloß weil die Klinge stumpf geworden ist. Aber "Umweltschutz" hatten wir nicht.

Damals nahmen Leute den Bus und Kinder fuhren mit dem Fahrrad zur Schule (oder sie gingen zu Fuß) anstatt ihre Mütter in einen 24-Stunden Taxi-Service zu verwandeln. Wir hatten in jedem Raum eine Steckdose. EINE. Und nicht gleich eine ganze Batterie davon, um elektrischen Schnickschnack im Dutzend zu betreiben. Und wir brauchten auch kein computerisiertes Spielzeug, was seine Signale 20.000km ins All sendet, nur um herauszufinden, wo der nächste Pizzaladen ist.

Aber ist es nicht traurig, dass die junge Generation herumlamentiert, wie verschwenderisch wir mit unseren Ressourcen umgegangen sind, weil wir damals keinen "Umweltschutz" hatten?

Wer's mag, postet das bei sich.

 

 

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